Grundlagen

Erdwärme einfach erklärt

Erdwärme, auch oberflächennahe Geothermie genannt, nutzt den Boden als Wärmequelle im Winter und als Kältequelle im Sommer. Sie steht das ganze Jahr zur Verfügung, unabhängig von Wetter und Tageszeit.

Kurz gesagt

Sonden oder Kollektoren entziehen dem Boden Wärme. Eine Wärmepumpe hebt sie auf die Temperatur an, die Heizung und Warmwasser brauchen. Im Sommer läuft der Weg umgekehrt, und dieselbe Anlage kühlt das Gebäude.

So funktioniert es

  1. In Sonden oder Kollektoren zirkuliert eine Wärmeträgerflüssigkeit.
  2. Sie nimmt die Wärme des Erdreichs auf.
  3. Die Wärmepumpe überträgt die Wärme auf das Heizungswasser.
  4. Der abgekühlte Wärmeträger fließt zurück in den Boden.

Vorteile von Erdwärme

Heizen und kühlen

Dieselbe Anlage heizt im Winter und kühlt im Sommer.

Immer verfügbar

Unabhängig von Wetter, Tageszeit und Jahreszeit.

Klimafreundlich

Keine Verbrennung, keine Abgase am Haus.

Niedrige Betriebskosten

Keine Brennstoffkosten, wenig Wartung, lange Lebensdauer.

Staatlich gefördert

Der Staat fördert den Umstieg auf die Wärmepumpe.

Für Neubau und Bestand

Auch mit vorhandenen Heizkörpern möglich.

Erdwärme im Bestand

Auch bestehende Gebäude lassen sich mit Erdwärme beheizen. In einem Mehrfamilienhaus von 1972 blieben alle Heizkörper erhalten. Die Wärmepumpe erreicht dort im Heizbetrieb einen COP von 5,7.

Praxisbeispiele lesen

Häufige Fragen zur Erdwärme

Was ist Erdwärme?

Erdwärme, auch oberflächennahe Geothermie genannt, ist die im Erdreich gespeicherte Wärme. Eine Wärmepumpe hebt sie auf Heiztemperatur an. So lässt sich ein Gebäude heizen, mit Warmwasser versorgen und im Sommer kühlen.

Wie funktioniert eine Erdwärmeheizung?

In Erdwärmesonden oder Kollektoren zirkuliert eine Flüssigkeit, die dem Boden Wärme entzieht. Die Wärmepumpe überträgt diese Wärme auf das Heizsystem. Weil die Temperatur im Erdreich das ganze Jahr nahezu gleich bleibt, arbeitet die Anlage unabhängig vom Wetter.

Kann man mit Erdwärme auch kühlen?

Ja. Im Sommer wird die Wärme aus dem Gebäude ins kühlere Erdreich abgeführt. Das gelingt mit Flächenheizungen wie Fußboden- oder Deckenheizung. Mit Heizkörpern lässt sich kein nennenswerter Kühleffekt erzielen.

Eignet sich Erdwärme für bestehende Gebäude?

Ja, das zeigen Beispiele aus Bayern. In einem Mehrfamilienhaus von 1972 in Bessenbach arbeitet eine Erdwärmepumpe mit den vorhandenen Heizkörpern und erreicht im Heizbetrieb einen COP von 5,7.

Braucht man für Erdwärme eine Genehmigung?

Ja. In Bayern ist das Vorhaben vor Baubeginn bei der Kreisverwaltungsbehörde anzuzeigen oder zu beantragen. Das ist das Landratsamt oder das Umweltamt der kreisfreien Stadt.

Wer darf Erdwärmesonden bohren?

Die Bohrung gehört in die Hände zertifizierter Bohrunternehmen nach DVGW W 120-2. Ein privater Sachverständiger der Wasserwirtschaft überwacht Bohrung, Einbau und Verfüllung.

Gibt es Förderung für Erdwärme?

Der Umstieg auf eine Wärmepumpe wird staatlich gefördert. Höhe und Bedingungen ändern sich immer wieder. Ein Fachbetrieb nennt Ihnen den aktuellen Stand.

Sie haben eine Frage zur Erdwärme?

Ob erste Überlegung oder konkretes Projekt: Wir sind für Sie da.

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