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Erdwärme im Altbau: Funktioniert das mit Heizkörpern?

Stand: Oktober 2026 Erdwärme Gemeinschaft Bayern e.V. 4 Quellen
Kurz gesagt

Ja, das funktioniert. In einem Mehrfamilienhaus von 1972 in Bessenbach erreicht eine Wärmepumpe mit Erdwärmesonden einen COP von 5,7 im Heizbetrieb, und das mit den vorhandenen Heizkörpern. In München versorgen zwei Wärmepumpen mit Grundwasser ein Haus mit 21 Wohnungen, das um 1948 gebaut wurde.

COP Heizbetrieb im Beispiel Bessenbach5,7
COP Warmwasser im Beispiel Bessenbach4,7
Bohrungen in Bessenbach3 × 99 m
Wärmepumpen in München2 × 23 kW für 21 Wohnungen

Beispiel 1: Mehrfamilienhaus von 1972 in Bessenbach

Das Haus hat 360 Quadratmeter Wohnfläche, zehn Menschen wohnen und arbeiten dort. 2025 wurde eine Sole/Wasser-Wärmepumpe mit 16 kW eingebaut. Sie erzeugt Heizung und Warmwasser vollständig.

  • Wärmequelle: 3 Bohrungen mit je 99 Meter im Festgestein, gebohrt in der Hofeinfahrt
  • Heizkörper: alle erhalten, mit neuen Ventilen und hydraulischem Abgleich
  • Pufferspeicher: 700 Liter
  • Messwerte der ersten Monate: COP 5,7 im Heizbetrieb, 4,7 im Warmwasserbetrieb

Aus einer Kilowattstunde Strom werden damit mehr als 5,5 Kilowattstunden Wärme. Die Photovoltaikanlage auf dem Dach liefert einen Teil des Stroms.

Beispiel 2: Wohnhaus mit 21 Wohnungen in München

Das fünfgeschossige Haus in der Albrechtstraße entstand um 1948. Bis zur Umstellung verbrauchte die Ölheizung rund 10.000 Liter Heizöl im Jahr. Fassade, Dach und Fenster waren schon in den 1980er-Jahren gedämmt worden.

  • Wärmequelle: Grundwasser, zwei Entnahmebrunnen und ein Schluckbrunnen mit je 11 Meter Tiefe
  • Wärmepumpen: zwei Geräte mit je 23 kW, in Kaskade geschaltet
  • Größe der Geräte: etwa wie ein Kühlschrank
  • Heizkörper: rund 90 Stück wurden erneuert

Weil beide Wärmepumpen abwechselnd heizen, liefert bei einem Ausfall die andere weiter Wärme.

Was die Beispiele zeigen

  • Eine gute Dämmung senkt den Wärmebedarf und damit die nötige Leistung.
  • Heizkörper sind kein Hindernis, wenn das System sauber abgeglichen ist.
  • Für die Bohrung genügt oft eine Einfahrt oder ein Grünstreifen.
  • Ein Ansprechpartner, der Planer, Geologen und Bohrfirma zusammenbringt, erleichtert das Projekt. Der Eigentümer in München berichtet, dass er auf viele Anfragen kein brauchbares Angebot bekam.

So gehen Sie vor

  1. Wärmebedarf des Gebäudes ermitteln lassen
  2. Klären, welche Wärmequelle am Standort möglich ist
  3. Fachbetrieb aus dem Netzwerk ansprechen

Häufige Fragen

Müssen für eine Erdwärmeheizung die Heizkörper getauscht werden?

Nicht unbedingt. Im Beispiel Bessenbach blieben alle Heizkörper erhalten. Sie bekamen neue Ventile und wurden hydraulisch abgeglichen.

Kann man im Altbau mit Erdwärme auch kühlen?

Mit Heizkörpern lohnt sich das nicht. Ein nennenswerter Kühleffekt lässt sich nur mit Flächenheizungen erzielen.

Wo wird im Bestand gebohrt?

Dort, wo Platz ist. In Bessenbach diente die Hofeinfahrt als Bohrstelle, in München ein fünf Meter breiter Grünstreifen.

Quellen

  1. Sole/Wasser-Wärmepumpe im Mehrfamilienwohnhaus, Baujahr 1972, Tobias Büttner. In: Warm-up 2026, Seite 32. Im Magazin aufschlagen
  2. Sole/Wasser-Wärmepumpe im Mehrfamilienwohnhaus, Baujahr 1972, Tobias Büttner. In: Warm-up 2026, Seite 33. Im Magazin aufschlagen
  3. Altes Haus wird klimafreundlich, Herbert Grab. In: Warm-up 2026, Seite 23. Im Magazin aufschlagen
  4. Altes Haus wird klimafreundlich, Herbert Grab. In: Warm-up 2026, Seite 24. Im Magazin aufschlagen

Herausgeber des Warm-up Magazins ist die Erdwärme Gemeinschaft Bayern e.V. Zahlen zu einzelnen Projekten stammen aus den genannten Beiträgen.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Planung und keine Beratung für Ihr Vorhaben. Beiträge im Warm-up Magazin geben den Stand zum Zeitpunkt ihres Erscheinens und die Sicht der jeweiligen Autoren wieder. Förderungen, Normen und Vorgaben der Behörden ändern sich. Bitte prüfen Sie vor einer Entscheidung den aktuellen Stand mit einem Fachbetrieb und der zuständigen Behörde. Mehr dazu

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